Michael Gerr

Stadtrat für Würzburg

Michael Gerr auf BaumwipfelpfadBad Wildbad (kobinet) Baumwipfelpfade entstehen in letzter Zeit in einigen Naturschutzregionen und sollen so die schützenswerte Landschaft den Menschen näherbringen. Ein Baumwipfelpfad ist ein Steg auf Stelzen. Er führt direkt durch die Baumwipfel im Wald. Doch sind diese Baumwipfelpfade auch barrierefrei? Dies erkundete Michael Gerr, der sich in Bad Wildbad auf einer Reha befand, auf dem Baumwipfelpfad Schwarzwald.

In der Werbung für den Baumwipfelpfad heißt es: "Mühelos und durchgängig barrierefrei können die großen und kleinen Besucher die Baumgipfel erklimmen und die reizvolle und vielfältige Schwarzwaldlandschaft aus ganz ungewöhnlicher Perspektive erkunden." Der gesamte Pfad sei barrierefrei gestaltet mit einer "sanften Steigung", heißt es auf der Homepage von Bad Wildbad im Schwarzwald. Der Pfad befindet sich auf dem Sommerberg. Von Bad Wildbad auf 425 Metern über dem Meeresspiegel geht es auf den Sommerberg auf 726 Meter. Michael Gerr berichtet, dass die Sommerbergbahn, eine Standseilbahn, barrierefrei auf den Berg führt: "Mit dem Rollstuhl oder Kinderwagen können die Gäste ebenerdig und tatsächlich mühelos auf den Berg gelangen."

 

Doch der weitere Weg ist schwieriger zu bewältigen. Denn es sind noch einige hundert Meter bis zum Eingang des Baumwipfelpfades. Die erste Hälfte ist noch asphaltiert, dafür recht steil; die zweite Hälfte ist etwas flacher als befestigter Wanderweg, Durchschnittssteigung geschätzte 6 bis 10 Prozent. Am Eingang angekommen ist der Eintrittspreis mit 8,50 Euro als ermäßigter Eintrittspreis recht ordentlich (Normalpreis 9,50 Euro).

Der Pfad ist als Holzsteg gebaut. Die Oberfläche ist gut berollbar. Doch schon die ersten Meter zeigen: "Ganz schön steil", so Michael Gerr. Die kleinen Infopodeste auf dem Weg bieten dafür gute Gelegenheit für Pausen und sind mit interessanten Informationen bestückt: Über den Schwarzwald und dessen Entstehung, über Vogelarten, Waldtiere und Pflanzen. Daneben gibt es "Erlebnisstationen" durch die man balancieren kann. Nicht barrierefrei, aber wer will den Kindern den Spaß hier nehmen? Wohl niemand. Es gibt durchaus auch befahrbare, befühlbare und riechbare Action auf dem Weg. Teile der ökologischen Infos sind abwechslungsreich erfahrbar und nicht nur mit Infotafeln vermittelt.

Auf dem Rückweg geht es praktisch nur bergab und Michael Gerr nutzt die Gelegenheit mit seinem Handy die Steigung an verschiedenen Stellen zu messen. Der 40 Meter hohe Turm am Ende des Pfads hat eine Steigung von gut 11 Prozent. Das ist auch die Durchschnittssteigung auf den 1.250 Metern Strecke bis zum Turm. Eine relativ kurze Strecke hat nur eine Steigung von etwa 4 Prozent.

Die Gesamtbewertung von Michael Gerr fällt so aus: "In Sachen Barrrierefreiheit wurde hier schon etwas geschwindelt, denn die Steigungen sind bei geforderten 6 Prozent deutlich steiler und es gibt auch kaum flachere Strecken zur Erholung. Wer den Pfad allein bewältigen will, hat eine sportliche Aufgabe vor sich. Insgesamt fällt meine Bewertung aber positiv aus, denn vergleichbare barrierefreie Wanderwege gibt es noch kaum. Es sollte mehr davon geben."