Michael Gerr

Stadtrat für Würzburg

Allgemein

Neben von mir gestellten und unterstützten Anträgen im Stadtrat veröffentliche ich hier meine aktuellen Positionen zur Würzburger Stadtpolitik.

Weiteres zu Aktivitäten der Grünen im Stadtrat finden Sie auf der Internetseite der Grünen Stadtratsfraktion.

Nachfolgend sind meine allgemeinen politischen Ziele aufgeschrieben.

Seit Mai 2008 gewählt, verfolge ich meine Ziele im Würzburger Stadtrat. Darüber hinaus können Sie sich über unsere Arbeit auf der Homepage der Grünen Stadtratsfraktion informieren.

Meine allgemeinen politischen Ziele

Als allgemeinpolitisch vielseitig interessierter Mensch sind politische Themen und Diskussionen etwas, das ich generell aufzusaugen pflege. Dabei finde ich die Vielfalt an Sachthemen interessant, aber vor allem auch, was sie für Menschen und ihr Leben konkret bedeutet und schließlich wie in der Politik, in der Demokratie, damit umgegangen wird. Zu meinen allgemeinen Zielen gehören:

  • Mehr Bürgerbeteiligung
  • Mehr Transparenz
  • Nachhaltige Politikgestaltung in allen Feldern, damit zukünftige Generationen nicht durch die heutige Politik- und Lebensführung beeinträchtigt werden.

Inklusion - bunte PunkteSeit ich in politischer Verantwortung bin, hat sich als ein zentrales Thema "Inklusion" herauskristallisiert. Die Einbeziehung aller Menschen in die Gesellschaft ist ein umfassendes und Querschnittsthema und zugleich etwas sehr Konkretes, wenn es um den einzelnen Menschen geht, der außen vor bleibt. Bei Inklusion geht es sowohl um eine Antidiskriminierungspolitik, also tatsächliche Gleichstellung aller, egal wie sie sind. Als auch darum dafür die grundlegenden Weichenstellungen in der Politik zu schaffen.

Aus meiner Biographie heraus sind mindestens drei Politikbereiche wirksam: erstens Behindertenpolitik oder allgemeiner Politik für Benachteiligte und für Minderheiten (aufgrund eigener Erfahrung), zweitens Bildungspolitik (mein erstes Studium) und drittens Kulturpolitik (meine weiteren Studien und eigenen Aktivitäten).

Als Politiker, jemand der durch Wahlen bestimmt wurde stellvertretend für Bürgerinnen und Bürger öffentliche Aufgaben wahrzunehmen, gehört es zu den Pflichten zumindest einige Grundinformationen über das eigene Leben zu geben. Die einfachste Form dies zu tun ist ein Kurzlebenslauf im Telegrammstil und sich auf Fotos in verschiedenen Situationen zu zeigen. Ich habe außerdem aufgelistet welchen Gremien ich als Stadtrat angehöre.

Zu meinen politischen Vorstellungen im allgemeinen als Grüner und in Verbindung mit meinen Tätigkeiten finden Sie mehr unter Ziele. Als relativer Späteinsteiger bei den Grünen schildere ich zunächst wie mein politisches Leben vor den Grünen aussah und wie er mich zu ihnen führte.

 

Mein Weg in die Politik

Politisch interessiert war ich schon früh. Erste Erfahrungen wie Demokratie funktioniert sammelte ich in einem Jugendverband (KSJ), wo ich als Stadtgruppenleiter in Bad Kissingen und zu Beginn meines Studiums in Würzburg als Diözesanleiter Verantwortung übernahm. Es waren waren die 80er Jahre, uns beschäftigten Themen wie Apartheid in Südafrika oder "Nie wieder Krieg" nach 40 Jahren Kriegsende in Deutschland. Es wurde zum Teil auf hohem Niveau diskutiert, viele der Jugendverbände galten schon damals als Grünen-nah oder links. Man empfand sich als junge Avantgarde, welche ältere Generationen herausforderte im Ansinnen verkrustete Strukturen aufzubrechen. Freilich war der Ausgangspunkt hierfür nicht die 70 Prozent Hochburg der CSU Bad Kissingen. Diese Stimmung holte ich selbst mir vor allem bei überregionalen Veranstaltungen in München, Berlin, bei Köln und zum Teil auch in Unterfranken. In Bad Kissingen kannte ich zwar einen Grünenstadtrat, der dort die erste Jugendkneipe aufgemacht hatte, als Parteiorganisation, der man auch beitreten kann, waren die Grünen für mich aber weit weg. Mal zu den Grünen zu gehen, daran dachte ich gar nicht, was sich auch nicht so schnell änderte. Ich war einfach ein junger Mensch, der noch nicht festgelegt war und neugierig auf alles mögliche. Als einen Leistungskurs im Gymnasium hatte ich Geschichte gewählt, das war praktisch ausschließlich deutsch-europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. So wählte ich bei meinen ersten Wahlen FDP, da mich die Wurzeln des Liberalismus ansprachen, ein weit breiterer Ansatz als der heutige verengte Neoliberalismus. Ich sah dann aber auch die ersten Grünen-Plakate, die sich schon in ihrer Machart, beinahe gemalt, von den langweiligen Politikerköpfen unterschieden, und für eine echte Alternative standen. Schon bald war ich Grünen-Sympatisant in einer konservativen Umgebung.

Nach Würzburg brachte mich mein Studium für Lehramt an Hauptschulen. Mit Bad Kissingen verband mich weiter neben der Fasmilie und einigen Freunden ein Hobby, das ich seit Jugendzeiten intensiv betrieb: Schach. Wir hatten im TSV Bad Kissingen eine junge Truppe zusammen, die es in der 1. Mannschaft immerhin einige Jahre in die Landesliga schaffte. Neben dem aktiven Turnierspiel war ich eine zeitlang auch als Übungsleiter mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt und am Rande auch als Schiedsrichter bzw. Turnierleiter. Insgesamt war das Hobby Schach ein "Zeitfresser", z.B. an Wochenenden (wie ja auch Politik). Mit meinen Hobbys und dem Studium war ich also ausreichend beschäftigt. Die Stadt Würzburg war allein durch ihre Größe im Vergleich zum kleinen Kurort attraktiv für mich. Mein Fokus lag aber bei allem, was in und um die Uni herum passierte.

An der Uni gehörte ich zu denen, die von Beginn an eine eigene Meinung auch gegenüber dem "Lernstoff" vertraten. Bereits Ende der 80er Jahre war die beginnende Verschulung der Universität ein Thema: Bei den Geisteswissenschaften wurde gekürzt, investiert wurde in Naturwissenschaften, die man als wirtschaftlich rentabel ansah, ansonsten sollte Universität mehr ein Ausbildungsgang sein. Ich selbst begriff mein Studium vor allem bildungsidealistisch: als Chance mich mit Dingen zu beschäftigen für die man im Berufsleben keine Zeit hat, also eher eine Lebensschule. So belegte ich Seminare vor allem nach Interesse und nicht nach Prüfungsrelevanz, allem voran philosophischer und pädagogischer Natur. Ich bevorzugte kleine Seminare, in denen es genug Platz zum Austausch, zum Diskutieren gab.

Zwei Schwerpunkte meines Studiums möchte ich herausgreifen, beide halte ich auch für mein Verständnis von Politik für wichtig. Zum einen war es die Beschäftigung und das Studium von (katholischer) Theologie und im weiteren Sinne Philosophie, zum anderen von Kunst (-didaktik) und Kunstpädagogik und Pädagogik.

Religion war im Rahmen des Lehramtsstudiums mein Hauptfach, was als nicht vertieft bezeichnet wurde, man studierte aber im Prinzio zusammen mit den "vertieften", also für das Gymnasiallehramt Studierenden und auch Priesterseminaristen, sprich zukünftigen Pfarrern. Mein Interesse oder auch Neugier für dieses Gebiet bezog ich vor allem aus der Jugendarbeit. Es gab in der KSJ eine programmatische Schrift die so genannte "Plattform", die zu Beginn der 70er Jahre geschrieben worden als sich der damalige Jugendverband von seinen Vätern im Bund Neudeutschland (ND) lösten. Die Plattform war von jungen Theologen geschrieben, die stark von der südamerikanischen Theologie der Befreiung beeinflusst waren. Ich selbst sah mich damals als praktizierender moderner Christ, ich ging zu Katholikentagen, wo es Aufbruchstimmung gab und christliche Laien oder die Kirche von unten Reformen der Kirche forderten. Die meisten oder zumindest einige der Würzburger Theologieproffessoren erlebte ich als durchaus weltoffene und kritische Geister, zwar einer Kirche verpflichtet, die sich aber von innen veränden zu lassen schien. Ich wählte wie auch sonst im Studium die Seminare und Vorlesungen aus, die mir Gelegenheit zu bieten schienen mich weiterzuentwickeln. In katholischer Soziallehre nahm ich an einem "Regenwald-Seminar" teil, das mit neuen Merthoden arbeitete, soziales Lernen nannte man das. Man erfuhr sozusagen am eigenen Leib die gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge, wie es ist, wenn Großgrundbesitzer ihre Arbeiter ausbeuten, wenn in einem korrupten Staat Gelder der Weltbank versickern oder Ureinwohner gezwungen sind am Ende der Kette auf uralte natürliche Ressourchen zurückgreifen. In einem anderen Seminar in Fundamentaltheologie, in dem wir nur zu fünft oder sechst waren, lernte ich über intensive Lektüre das Denken eines Jean-Francois Lyotard und erstmals Michel Foucalt kennen, hier gab es noch den Luxus eines nahezu platonischen Gesprächs, in dem jeder Einzelne im Zwiegespräch mit dem Dozenten intensiv Textpassagen diskutierte.

Das Ergebnis dieser Studien war, dass ich mir der weltlichen Wurzeln jeder Religion und Metaphysik bewusst wurde und verstand wie das politische Machtgefüge einer großen Institution Kirche funktionierte. Auch innerlich nahm ich mehr und mehr Abschied vom christlichen Glauben und der Religion und der Tag sollte kommen, an dem ein Gottesdienstbesuch für mich - ich betone für mich - nur noch zum leeren Ritual werden sollte. Dennoch habe ich aus dieser Zeit viel positives mitgenommen. Die Erkenntnisse, dass es DIE WAHRHEIT nicht gibt, dass der Blick auf die Welt nie nur objektiv, sondern immer auch subjektgesteuert ist und dass unterschiedliche Meinungen, Glaubenshaltungen und Lebenserfahrungen zu respektieren sind, haben letztlich auch politischen Charakter. Von einem Politiker, einer Politikerin in der Demokratie erwarte ich mir genau dieses Mindestmaß an Toleranz und Respekt gegenüber Andersdenkenden.

Das Thema der Kritik an Metaphysik, eines höheren Sinns, eines großen Ganzen, fand sich auch in der Kunst wieder, aber ganz praktisch. Die sehr theoretisch anmutende Antwort einer Postmoderne, wurde in den Künsten wörtlich genommen, alles war möglich, die Vielheit einfach gemacht, bunt und scheinbar grenzenlos. Zunächst war das Nebenfach Kunstdidaktik eher uninteressant für mich und ich fühlte mich an langweilige Kunstunterrichstunden in der Schule erinnert - oder sie hatten mich noch nicht ganz losgelassen. Ein erstes Interesse fand ich als die Proffesorenstelle neu besetzt wurde und ich gleich an zwei Probeseminaren von Proffesorenkandidaten teilnahm. Schließlich wurde die Stelle mit Rainer Goetz besetzt, dessen Engagement für eine projektorientierte Kundstpädagogik, die die Interessen von Schülern und Schülerinnen in den Mittelpunkt stellt, mich bis zum Ende meiner Unizeit begleiten sollte. Ich war nun Stammbesucher bei den Vorlesungen und Hauptseminaren. So genannte Projekttagebücher waren ein Medium mit Hilfe dessen die eigenen Interessen ausgedrückt werden konnten: zur Planung innerhalb eines Projekts, als individuell gestaltetes Buch bis hin zum Kunstobjekt. Seitdem begleiten mich bis heute unlinierte Bücher, in die ich schreibe und zeichne oder kritzele.

Auch das Studium in Pädagogik betrieb ich als theoretisches Fach intensiv. Mich interessierten die Grundlagen von pädagogischen Denkern, aber auch die Schulversuche und Reformbewegungen insbesondere die Reformpädagogik, in der eine Pädagogik vom Kinde aus betrieben wurde. Den schulpädagogischen und mehr didaktischen Veranstaltungen begegnete ich schnell mit einer gewissen Verachtung, weil mir hier das Kind, der Mensch mit seinen Interessen, nicht im Zentrum der Betrachtungsweise zu sein schien, sondern es blos um eine möglichst effektive Vermittlung eines Wissens ging. Hier erschienen die Studierenden nur als Auszubildende und spätere Vertreter des Staates und Handlanger dessen Interessen. War das Interesse des Staates hier noch der mündige Bürger oder doch nur der angepasste Staatsbürger? Dieser innere Konflikt, der schon früh im Studium zutage trat, spitzte sich gegen Ende mehr und mehr zu. In den Praktika an Schulen wurde er offensichtlich und lies sich nicht mehr in den Hintergrund (ver-) drängen. Denn ich machte hier auf der einen Seite die Erfahrung, dass ich Lust hatte mit Kindern zu arbeiten, es mir sehr leicht fiel zu ihnen Zugang zu finden und etwa eine Stunde spontan zu halten. Auf der anderen Seite war da aber die Erwartung der Praktikumslehrer (jedenfalls von manchen), die eine sehr formale und rigide Vorbereitung verlangten und ein sklavisches Festhalten an einem festgezurrten Unterrichtskonzept. Als ich einmal eine Stunde hielt und als Reaktion auf einen Schüler vom vorbereiteten Stundenablauf abwich, wurde mir das vorgeworfen. Ich sei schlecht vorbereitet, wenn ich nicht jede Reaktion von Schülern vorhersehen und in mein Konzept einbeziehen würde. Dies erschien erschien mir nicht nur absurd, sondern geradezu menschenverachtend. Nun stand ich fast am Ende meines Studiums, das Prüfungssemester stand bevor und ich stand innerlich nicht mehr dahinter diesen Beruf unter solchen Vorgaben auszuüben. Doch dann passierte etwas.

Fortsetzung folgt

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Michael GerrAm 15. September finden die Landtags- und Bezirkstagswahlen in Bayern statt, am 22. September Bundestagswahlen.

Ich trete für die Bezirkstagswahlen als Direktkandidat im Wahlkreis Würzburg-Stadt an, auf der Bezirksliste bin ich sonst in Unterfranken auf Platz 4 wählbar.

Für die Bundestagswahlen stehe ich als Listenkandidat der bayerischen Landesliste auf Platz 22, von wo aus ich mithelfen will Stimmen für die Grünen zu sammeln.

Ich hoffe Sie hier gut über meine Arbeit und Ziele informieren zu können. Schauen Sie doch auch einmal in die neue Fotogalerie. Falls Sie noch etwas wissen wollen oder mir etwas mitgeben, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Nutzen Sie Ihr Wahlrecht zunächst am 15. September:

Beide Stimmen zählen. Beide Stimmen für Grün!

Ihr Michael Gerr