Michael Gerr

Stadtrat für Würzburg

Von links nach rechts: Martin Heilig, Patrick Friedl, Sozialreferent Robert Scheller, MdL Renate Ackermann, Michael Gerr und Kerstin Celina.


Bei einer Doppelveranstaltung mit Renate Ackermann, Sozialpolitikerin der Grünen im Landtag, wurden die Themen Integration und Inklusion sehr praktisch diskutiert. Beim Besuch in der Mönchbergschule, die den Titel trägt "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage!, konnte ich leider nicht dabei sein, weil sie nicht barrierefrei ist, noch nicht - sie soll es bald werden. Bei der Podiumsdiskussion Abend zeigte sich, dass die Problemlagen für Flüchtlinge oder behinderte Menschen zwar nicht 1:1 vergleichbar sind, aber doch ähnlich. Zum Beispiel wirken sich die Engpässe am Würzburger Wohnungsmarkt für beide Gruppen negativ aus. Integration darf nicht als pure Anpassung missverstanden werden. Inklusion als der modernere Begriffversteht die Menschen mit ihren Schwächen ud Stärken, so wie sie sind, und bezieht sie in das gesellschaftliche Leben ein. Dies Realität werden zu lassen bedeutet noch viel Arbeit, praktische vor Ort, aber auch von der Politik als Entscheidungsträger. So fordern die Grünen einen grundlegenden Wechsel in der Asylpolitik in Bayern und im Bund. Inklusion insbesondere von Menschen mit Behinderung kann durch Aktionspläne mit konkreten Maßnahmen vorangetrieben werden, wie es lokal in Würzburg geschieht. Aber auch hier müssen Gesetzesänderungen erfolgen, um gleiche Rechte für alle Menschen, die hier leben, zu gewährleisten.



Pressemitteilung

Würzburg, 9. Juli 2013

Grüne: „Mönchbergschule leistet vorbildliche Integrationsarbeit“

Grünen-Delegation fordert von Staatsregierung Richtungswechsel in der Asylpolitik


„Wie kann man die Einbeziehung aller Menschen in die Gesellschaft gewährleisten?“ Antworten auf diese Frage zum Thema Integration und Inklusion suchten die örtlichen Grünen zusammen mit MdL Renate Ackermann, sozialpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag, im Rahmen eines Informationsbesuches an der Mönchbergschule und einer anschließenden Podiumsdiskussion mit dem Sozialreferenten der Stadt Würzburg, Robert Scheller. In der Mönchbergschule bekam die Grünen-Delegation, darunter die Grünen-Stadträte Barbara Lehrieder, Patrick Friedl und Matthias Pilz, Kreisrätin Kerstin Celina, Landtagskandidat Rafiq Iqbal und Bundestagskandidat Martin Heilig, von Schuleiter Stefan Becker, zwei Lehrerinnen und drei Schülerinnen einen tiefen Einblick in die Sorgen und Nöte junger Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte. Beim Podiumsgespräch am Abend erläuterte dann Robert Scheller ausführlich die Bemühungen der Stadt Würzburg, Flüchtlinge schnellstmöglich zu integrieren.

Grünen-MdL Ackermann: „Die Bayerische Asyl- und Flüchtlingspolitik der CSU-geführten Staatsregierung ist darauf ausgerichtet Menschen abzuschrecken und trifft so gerade junge Flüchtlinge mit besonderer Härte. Es ist daher erfreulich zu sehen welch engagierte Arbeit in der Mönchbergschule in Würzburg im Interesse der Inklusion dieser jungen Menschen geleistet wird.“ Landtagskandidat Patrick Friedl fordert angesichts gerade auch der Probleme junger Flüchtlinge einen anderen Umgang mit Asylbewerbern und ihren Familien in Bayern. Friedl: „Erst wenn sie einen gesicherten Aufenthaltsstatus bekommen, erhalten die zu uns geflohenen Menschen vom Staat Deutschkurse und eine vollwertige Arbeitserlaubnis.“ Bis dahin sei es gesetzlich erklärtes Ziel der Staatsregierung, die „Rückkehrbereitschaft“ der Flüchtlinge „zu fördern“ wie es in der bayerischen Asyl-Durchführungsverordnung heißt. „Diese Abschreckungspolitik schadet uns allen“, so Bundestagskandidat Martin Heilig. „So wird verhindert, dass Flüchtlinge sich einbringen können, sich mit eigner Arbeit den Lebensunterhalt verdienen dürfen und die Gesellschaft insgesamt vom kulturellen Reichtum profitieren kann“, so Heilig. Rafiq Iqbal, der selbst einen indischen Migrationshintergrund hat und im Vorstand des grünen Landesarbeitskreises Migration, Flucht und Menschenrechte arbeitet, ist aus eigener Erfahrung überzeugt: „Diese Kinder sind mit ihren sprachlichen und kulturellen Kompetenzen für unser Exportnation eine Bereicherung.“

Bezirkstagskandidat und Stadtrat Michael Gerr wünscht sich daher beim Podiumsgespräch eine zügige Umsetzung des Aktionsplans Inklusion in Würzburg, um die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben in der Stadt Würzburg zu erleichtern und Barrieren abzubauen. Renate Ackermann, die in Würzburg ihren letzten öffentlichen Auftritt als Landtagsabgeordnete absolvierte (sie kandidiert nicht mehr für den Landtag), meinte zum Thema Inklusion, in anderen Ländern sei man viel weiter. So sei Norwegen bereits jetzt schon nahezu barrierefrei. Auch das persönliche Budget, das behinderten Menschen mehr Spielraum bei der Verwaltung ihres persönlichen Bedarfs einräume, sei dort gang und gebe. In Deutschland habe Rheinland Pfalz einen wegweisenden Aktionsplan verabschiedet, für Bayern wünsche sie sich eine „Revolution von unten“, denn, „wenn die Kommunen Aktionspläne verabschieden würden, wäre ganz Bayern schließlich in der Pflicht, diese umzusetzen“, so Grünen-MdL Renate Ackermann. Sozialreferent Scheller vertrat die Ansicht, dass umfassende Inklusion keine Frage des Geldes sein dürfe und alle Ebenen ihre Beitrag beizusteuern hätten. Scheller verwies dabei auf die Bemühungen der Stadt, den Stadtratsbeschluss von 2009, die Zahl der Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) zu verringern mit dem Ziel der Auflösung der GU und stellte fest: „Was die Lebensbedingungen in der GU angeht, haben wir schon einiges erreicht, aber es ist derzeit nicht möglich genügend preiswerten Wohnraum zu finden, um nur die derzeit 100 auszugsberechtigten Flüchtlinge aus der GU in der Stadt unterbringen zu können.“

Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussion, dass Deutschkurse und die Möglichkeit, in eine Schule zu gehen, sowie einen Beruf zu erlernen, besonders wichtig sind: „Wenn die jungen Menschen jahrelang nicht lernen und arbeiten dürfen, bis ihr Aufenthaltsstatus geklärt ist sind das verlorene Jahre für die Flüchtlinge und für uns“ ,so die unterfränkische Spitzenkandidatin der Grünen zur Landtagswahl Kerstin Celina. Sollten sie nicht auf Dauer bei uns bleiben dürfen, so sei das, was sie bei uns gelernt haben, nicht verloren, sondern sicherlich die preisgünstigste und sinnvollste Art der Entwicklungshilfe, die wir leisten könnten, so Celina.