Michael Gerr

Stadtrat für Würzburg

Michael Gerr im ElektroautoGestern besuchte ich ein Autohaus für eine Probefahrt mit einem Elektroauto. Da die meisten meiner Autofahrten, wie bei der Mehrzahl der Autofahrer Kurzfahrten in der Stadt sind, reicht ein kleineres Auto, eines ohne großen "Tank" völlig aus. Der BMWi machte auf der Probefahrt einen guten Eindruck und ich werde darüber nachdenken dieses Fahrzeug anzuschaffen. Zusätzlich denke ich an ein privates Carsharing.

Seit letzten Oktober lebe ich ohne ein Auto, mein altes, das ich 20 Jahre gefahren bin hatte einen Getriebeschaden und war nicht mehr rentierlich zu reparieren. Ich bin also etwa ein halbes Jahr zu Fuß/mit dem Rollstuhl unterwegs, ab und zu mit dem Taxi. Mit der Straßenbahn, die sich für mich eigentlich anbieten würde, fahre ich in Würzburg in der Regel nicht, da ich mit den Einstiegs- und vor allem auch Ausstiegshöhen nicht zurecht komme. An dem Thema bin ich politisch dran, ein Antrag zu Einstiegshilfen wird noch im Behindertenbeirat zu diskutieren sein. Ich nutze übrigens in vielen anderen Städten die Straßenbahn sehr gerne (z.B. in München, Hannover, Bremen, Straßburg) und würde das gerne auch in Würzburg tun.

 Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der der Führerschein als Eintrittskarte ins Erwachsenenleben galt. In einer Stadt wie Bad Kissingen, also in eher ländlicher Umgebung auch durchaus nachvollziehbar. Noch bevor ich zu den Grünen kam, war ein Auto für mich nur ein praktischer Gebrauchsgegenstand und ich brauchte lange kein eigenes. Als Student in Würzburg reichten mir der ÖPNV, das Fahrrad und meine Beine völlig aus. Erst mit meiner Behinderung bekam ein eigenes Auto einen höheren Wert mit einem Freiheitsgrad selbstbestimmt mobil ztu sein und nicht abhängig von anderen. Bei einer guten Infrastruktur bezüglich eines funktionierenden Nahverkehrs ist heute ein eigenes Auto für mich kein Muss mehr und es würde mir völlig ausreichen Zugriff auf ein möglichst umweltschonendes Fahrzeug mit geringem CO2-Ausstoss zu haben.