Michael Gerr

Stadtrat für Würzburg

Bundestagskandidatur

Michael GerrWürzburg (kobinet) Als Selbstvertreter behinderter Menschen präsentierte sich Michael Gerr beim Wahlforum der unterfränkischen Grünen für Bundestagskandidaten in Würzburg. Es sei höchste Zeit, dass jemand in den Bundestag komme, der die Rechte von Menschen mit Behinderungen vertritt, so Michael Gerr."Ich will in den Bundestag, weil ich für Gerechtigkeit brenne. Es braucht ein barrierefreies Denken, das den meisten Abgeordneten fehlt. Das Fallen von Barrieren lässt einen offenen Blick erst zu und ermöglicht so eine offene Gesellschaft ohne Stigmatisierung.

Michael Gerr kritisierte scharf, dass die Bundesregierung im Begriff sei, bereits ein zweites Sozialgesetz innerhalb eines Jahres an die Wand zu fahren. Das Bundesteilhabegesetz sei zutiefst enttäuschend, denn es verschlechtere die Menschenrechtslage in Deutschland, statt für mehr Selbstbestimmung zu sorgen. Deshalb werde es diese Woche, wenn das Gesetz dem Bundestag vorgelegt werde, wieder Proteste in Berlin geben. "Ich bin dabei", so Michael Gerr, "7,5 Millionen Menschen leben in Deutschland mit Behinderung und gerecht heißt, solidarisch zu sein mit denen, die es am meisten nötig haben." Wenn der Bundestag nicht deutlich nachbessere, werde das Bundesteilhabegesetz auf breite Ablehnung stoßen. Sein Eingangsstatement beim Würzburger Forum beendete Michael Gerr mit einem Versprechen; im Falle seines Einzugs in den Bundestag will er den unterfränkischen Grünen ein höhenverstellbares Redepult spendieren, "damit jemand wie ich vom gleichen Platz sprechen kann wie die anderen."

Insgesamt fünf Grüne wollen von Unterfranken aus in den Bundestag. Am 1. Oktober soll eine Bezirksversammlung entscheiden, wer Spitzenkandidatin oder -kandidat in Unterfranken wird und für die Aufstellung der Landesliste ein Votum erhält. Vorher können die fünf Kandidaten bei drei Wahlforen in Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt für sich Werbung machen. Der Würzburger Stadtrat Michael Gerr erhielt von der Bundesarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik ein einstimmiges Votum und damit die Unterstützung, für den Bundestag anzutreten. Über die Aufstellung der Landesliste entscheidet in Bayern eine Versammlung am 9. und 10. Dezember. Hier werden die Chancen der Kandidierenden für den Bundestag verteilt. Michael Gerr will für einen aussichtsreichen Platz antreten.