Michael Gerr

Stadtrat für Würzburg

Michael GerrMeine Wahlempfehlung für den Bürgerentscheid "Kein Wohngebiet Platz'scher Garten" heißt Nein!

Die Argumente Pro und Contra sind nach meiner Einschätzung keineswegs eindeutig, aber in der Abwägung komme ich auch als Grüner Stadtrat zu dem Schluss, dass eine noch maßvolle Wohnbebauung als Blockrandbebauuung sinnvoll ist.

Zusammengefasst halte ich das Entstehen neuer Wohnungen innenstadtnah (Vermeiden von Pendlerverkehr) und barrierefrei in Zeiten von allgemeinen Wohnungsmangel und einem nach wie vor großem Bedarf an barrierefreien Wohnungen für richtig, auch wenn dafür einige Bäume fallen müssen, die an anderer Stelle der Innenstadt wieder gepflanzt werden müssen.

Wenn die Befürworter des Bürgerentscheids mehr als 10.000 Stimmen kriegen - damit ist zu rechnen, ist jede Nein-Stimme wichtig!

Argumente im Einzelnen:


Die geplante Blockrandbebauung schont den Baumbestand in der Mitte des Platzes. Die Bebauuung orientiert sich in Höhe und Art der Bebauung an den nachbarschaftlichen Bauten.

Wenn die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen darf (nach abgelehnten Bürgerentscheid), kann sie dem Eigentümer Grenzen setzen und Auflagen erteilen, sie kann also eine Abwägung der verschiedenen Interessen vornehmen. Das kann die Höhe und das Ausmaß der Bebauuung betreffen, aber zum Beispiel auch Ersatzpflanzungen von Bäumen etwa in der Rottendorfer Straße. In einem Bebauungsplan könnte auch das Haus 7 (an der Martin-Luther-Straße) ausgeschlossen werden.

Der Charakter eines Gartens, der auch öffentlich zugänglich ist, soll erhalten bleiben. Studentisches Wohnen im Bestandsbau St. Benedikt ist ein weiterer positiver Aspekt, allerdings unabhängig von Neubauten.

Allgemein ist festzustellen, dass mit einer Annahme des Bürgerentscheids die Stadt keine Planungen im Rahmen der Aufstellung eines Bebauungsplans vornehmen darf. Der Eigentümer hat, wenn es keinen Bebauungsplan gibt, die Möglichkeit einen Antrag auf Einzelgenehmigung zu stellen. Auflagen der Stadt sind dann, wenn überhaupt, deutlich schwerer durchzusetzen, d.h. es könnte sogar mehr gebaut werden als bisher geplant.

Ein Erfolg der Bürgerinitiative ist es jedenfalls jetzt schon, dass Stadtgrün öffentlich diskutiert wird und der Druck erhöht wurde, Eingriffe nur möglichst schonend zuzulassen. Ein Tabu bleibt der Ringpark! An anderer Stelle sollte aber der Stadtrat in sorgfältiger Abwägung Wohnungsbau grundsätzlich ermöglichen.

Deshalb meine Wahlempfehlung: Stimmen Sie am Sonntag mit Nein!


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