Michael Gerr

Stadtrat für Würzburg

Pressemitteilung, 5.2.2016: Mobile Rampen praktikable Lösung

Michael Gerr, Stadtrat der Fraktion B90/Die Grünen erklärt zum Mainpost-Artikel „Strabafahrt nur mit Assistent“ vom 21.01.2016 sowie der Stellungnahme der lokalen Agenda 21:

„Es kann von keinem Würzburger und keiner Würzburgerin erwartet werden für den Einstieg in die Straßenbahn eigene Hilfsmittel und Assistenz mitzubringen. Die Würzburger Straßenbahn Gesellschaft WSB ist verpflichtet die diskriminierungsfreie Nutzung ihrer Verkehrsmittel für alle sicherzustellen. Das ergibt sich aus der UN Behindertenrechtskonvention und vor Ort aus dem Aktionsplan Inklusion der Stadt Würzburg. Eine EU-Richtlinie gibt außerdem vor, dass Verkehrsunternehmen bis zum Jahr 2022 die vollständige Barrierefreiheit herstellen müssen.

Der Würzburger Stadtrat hat auf meinen Antrag zu fahrzeuggebundenen Einstiegshilfen für Straßenbahnen im Februar 2015 beschlossen, dass eine öffentliche Anhörung zu diesem Thema durchgeführt wird. Erst kürzlich habe ich den Oberbürgermeister darauf hingewiesen, dass diese Anhörung immer noch aussteht.

 

Um ein weiteres Aussitzen zu verhindern, kündige ich einen weiteren Antrag an, mit dem Inhalt mobile Rampen für die Niederflurstraßenbahnen im Bestand als Übergangslösung anzuschaffen. Entgegen der Stellungnahmen der WSB und des Behindertenbeauftragten ist eine mobile Rampe, die durch den Fahrer bedient wird, geeignet eine deutliche Verbesserung der Barrierefreiheit herzustellen. Diese Zwischenlösung ist kostengünstig und ermöglicht es Menschen, die im Rollstuhl oder mit Rollator unterwegs sind an der Mehrzahl der Haltestellen ein- und auszusteigen.

Insbesondere die WSB sollte Lösungen aufzeigen, auch wenn sie nicht perfekt sind, statt einseitig Hindernisse aufzulisten. Dass der Betriebsablauf durch Anwendung von Rampen über die Maßen verlängert werde, widerspricht jeglicher Erfahrung in anderen Städten. Die DIN-Norm für Rampensteigungen von bis zu 6 Prozent gilt für Wege und Plätze sowie beim Bauen und nicht für Einstiege in Fahrzeuge. Würzburg muss dafür sorgen, dass Haltestellen den Vorschriften besser entsprechen, breit genug und barrierefrei werden. Da die Neuanschaffung von Fahrzeugen sich noch einige Jahre hinziehen wird, sollte sich die WSB der mobilen Rampe als praktikabler Lösung nicht verweigern."