Michael Gerr

Stadtrat für Würzburg

Würzburg, 16. Oktober 2014

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die mündliche Anfrage am 05.06.2014 zur Verwendung von Induktionstechnik im sanierten CCW haben Sie sinngemäß so beantwortet, dass dort ausschließlich mobile Induktionsgeräte angeschafft werden sollen. Nach nochmaligen Recherchen auch bei schwerhörigen Experten, kommen wir zu dem Ergebnis, dass mobile Induktionsgeräte für mobile Anwendungen (z. B. Führungen) geeignet sind, nur sehr eingeschränkt jedoch für große Räume mit freier Sitzwahl. Diese Bewertung kann auch den Planungsrichtlinien für induktive Höranlagen beim Freistaat Bayern der Obersten Bayerischen Baubehörde entnommen werden.

 Die Stadt Würzburg hat auch in ihrem im April 2014 beschlossenen „Aktionsplan Inklusion“ den Einbau von Induktionstechnik vorgesehen und nicht nur die Anschaffung mobiler Technik. Die Stadt empfiehlt in einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die sie selber, aber auch andere Träger, wie z. B. die Bahn oder die Kirchen betrifft, nicht nur mobile Induktionsgeräte, sondern auch den Einbau von Induktionsanlagen. Die Tatsache, dass Schwerhörigkeit ein zunehmendes Phänomen ist, spricht für sich. Die Stadt muss das Grundlegende tun, um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auch für schwerhörige Menschen zu ermöglichen.
Die Größe und besondere Stellung eines Kongresszentrums, das auch von vielen Gästen Würzburgs besucht wird, erfordert es, dass hier vorbildlich vorangegangen wird.

Durch eine baldige Entscheidung können erhöhte Kosten vermieden werden. Deshalb stellen wir auch namens der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den folgenden Antrag:

Im CCW werden noch im Rahmen der laufenden Sanierungen in alle Säle fest installierte Induktionsanlagen eingebaut; gleichfalls in Säle, die erst zu einem späteren Zeitpunkt saniert werden. Die Beteiligung von schwerhörigen Experten ist sicherzustellen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Gerr    Silke Trost

Anlage in digitaler Form: Planungsrichtlinien induktive Höranlagen