7: Ruhe in der Stadt

Plakat Grüne: "Zu müde am Wahltag?"
Auch der Wahltag ist als Sonntag eigentlich ein Ruhetag.

Mein Countdown 7:

Noch eine Woche bis zu den bayerischen Kommunalwahlen

Würzburg, 8. März. Es ist ist Sonntag. Für einen Innenstadtbewohner wie mich wirkt die Stadt vergleichsweise ruhig, unterbrochen durch Glockengeläut der vielen Würzburger Kirchen. Für mich als Lokalpolitiker gibt es zwar dennoch immer wieder auch sonntägliche Termine. Doch im Grundsatz ist es für mich der Tag ohne feste Pläne oder Arbeit: Der Ruhetag der Woche.

Am eigenen Leib erfuhr ich, wie wichtig für mein Wohlbefinden der Sonntag ist, als ich vor einigen Jahren 3 Monate in den USA verbrachte. Am Ende empfand ich erstmals so etwas wie Heimweh, die Abwesenheit der deutschen Sprache, und dann fiel mir eben auf, dass es keinen Sonntag, wie hier gab: Keine Begrenzungen der Ladenöffnungszeiten, immer Hintergrund-Lärm, immer geschäftige Unruhe. Das führte bei mir zur Wertschätzung des deutschen Sonntags mit jedenfalls weitgehender Ruhe und grundsätzlich geschlossenen Geschäften.

Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland die Tendenz diese Regeln für Ruhezeiten aufzuweichen mit der Ausweitung von Ladenöffnungszeiten unter der Woche und eben auch an Sonntagen. Im Würzburger Stadtrat gab es wiederholt Diskussionen um eine Ausweitung verkaufsoffener Sonntage. Bislang gibt es traditionell den so genannten Mantelsonntag in Würzburg Ende Oktober. Dazu kommen begrenzte Märkte, die auch Sonntags geöffnet haben können. Im Stadtrat habe ich immer gegen eine Ausweitung verkaufsoffener Sonntage gestimmt und dabei bleibe ich auch.

Ein Thema sei hier noch angesprochen, das für mich auch zum Thema Ruhe gehört – Ruhe vor Arbeit, Privatleben. Selbstverständlich sind Sonntage ohne Verkaufsoffenheit vor allem für Arbeitnehmer*innen wichtig, die nicht in Berufen arbeiten, bei denen zwingend auch Sonntagsarbeit anfällt, wie im Hotel- oder Gesundheitsbereich. Ich persönlich bin sehr zurückhaltend min Privatleben öffentlich oder halböffentlich kundzutun, denn ich möchte es tatsächlich privat halten und politisch nur dort einsetzen, wo es auch zu einem politischen Mehrwert führt. Das ist bei mir konkret mit Erfahrungen mit meinem behinderten Leben der Fall. Warum sollte ich meine Expertise im Feld der Behindertenpolitik auch nicht authentisch einbringen? Aber auch hier gibt es eine Grenze des Privaten.

Zurück in die Stadt. Ganz ruhig ist es am heutigen 8. März doch nicht überall in Würzburg. Als ich am Domvorplatz vorbeikomme, ist dort eine Aktion zum Internationalen Frauentag.

Montag beginnt die Woche, die mit den Kommunalwahlen endet. Für die Wahlkämpfer*innen nochmal viel Arbeit mit Herzblut beim Werben um Stimmen. Mein Countdown 6 morgen also zum Thema Arbeit.

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