10: Klima-, Korona- oder Kommunalwahlen?

Plakat Klima schützen

Mein Countdown 10:

Noch 10 Tage bis zu den bayerischen Kommunalwahlen!

Würzburg, 5. März. Letztes Wahlforum der Würzburger Grünen am Abend. Hauptausschuss am Nachmittag. Zuvor Arbeitstag bei WüSL. Die Stimmung ist geprägt von einer seltsamen Melange zwischen Wahlkampf, Alltag und von einer Angst oder besser Unwissenheit über den Umgang mit einer Zukunft, die wir mal erahnen mal ignorieren.

Wir wissen praktisch seit Jahrzehten recht genau, wie der menschengemachte Klimawandel wirkt und dass er Potential zu echten Katastrophen hat. Dagegen ist das Handeln in Politik, aber auch von Einzelnen, immer noch geprägt von Trägheit, als ob die Zukunft in Jahren, Jahrzenten oder Generationen das schnelle Ergreifen von Maßnahmen nicht rechtfertigte; die Menschen handeln wie Süchtige, die sich vornehmen am nächsten Tag zu rauchen aufzuhören, doch am gleichen wie am nächsten Tag wird nochmal geraucht oder gesoffen, im Grunde doch im Wissen, dass man so nie aufhören wird – im Konsum-Rausch.

Ganz anders bei Corona. Wir wissen nicht im Detail, wie sich das Virus weiterentwickeln wird, ob eine Gefahr wirklich so groß ist oder, ob „vielleicht die größere Gefahr die Angst vor der Gefahr“ ist, wie OB-Kandidat Martin Heilig heute Abend in den Raum stellte. Wir wissen es nicht wirklich und doch handeln die Menschen von irrationaler Panik getrieben. In Würzburger Apotheken sind Desinfektionsmittel, Gesichtsmasken und Handschuhe praktisch ausverkauft, vermutlich von denen, die meinen, dass sie zuerst sich selber schützen müssten. Menschen, die den eigentlichen Risikogruppen zugehören, könnten am Ende den kürzeren ziehen, da ihnen von den widerstandsfähigen Panikern ihr Schutz entzogen wurde.

Die Kommunalwahlen am 15. März in Bayern sind wichtig, da hier rund 39.500 Mandate in Gemeinde-, Stadt- und Kreisräten gewählt werden, die in den nächsten 6 Jahren wichtige Weichenstellungen vorbereiten und umzusetzen haben. Ein Virus könnte die Wahl beeinflussen. Wichtiger ist jedoch das virale Verhalten von Menschen, das sich bis in weite Zukunft auswirkt, besser durch politische Rahmenbedingungen zu steuern. Das ist übrigens auch Sozial- und Gesundheitspolitik, denn allein die Toten durch Hitzewellen überschreiten bei weitem die Zahlen von Infektionskrankheiten, die zum Tode führen, wie ebenfalls heute Abend der Klimaforscher Prof. Heiko Paeth ausführte. Epidemien, so schlimm sie für Einzelne sein können, betreffen in der Regel nur den Menschen und auch nicht alle Menschen. Die beiden größten Katastrophen, die sich anbahnen, wenn wir nicht endlich handeln, die Klimakrise und das Artensterben, werden den Planeten, wie wir ihn kennen, grundlegend umformen, weit über den Menschen hinaus.

Ich persönlich stehe als überzeugter Grüner für eine Klimapolitik des Handelns jetzt! Ergänzt durch kluge Politik auf allen Feldern insbesondere einer inklusiven Sozialpolitik.

Mehr zur Verschränkung von ökologischen und sozialen Räumen im nächsten Countdown.

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